ESG-Zertifikatsfortbildung an der Leuphana Universität Lüneburg
20. Juni 202520. Juni 2026
ESG-Zertifikatsfortbildung an der Leuphana Universität Lüneburg
Von März bis Mai 2025 habe ich die akademische Zertifikatsfortbildung „ESG Professional" absolviert – ein intensives Programm, das vom Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg in Kooperation mit der dfv Mediengruppe (GREEN.WORKS Academy) entwickelt wurde. Über sieben Module hinweg haben wir uns mit den Grundlagen, Strategien und Zukunftsperspektiven nachhaltigen Wirtschaftens auseinandergesetzt. Den Auftakt bildeten zwei Präsenztage direkt auf dem Leuphana-Campus in Lüneburg – und die waren ein echtes Highlight. Der persönliche Austausch mit den anderen Teilnehmenden und Dozent:innen vor Ort hat dem Programm von Anfang an eine besondere Dynamik gegeben. Die weiteren Module fanden dann als digitale Seminare statt.
Die Köpfe hinter dem Programm
Die wissenschaftliche Leitung lag bei Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Schaltegger, Gründer des CSM und einer der weltweit meistzitierten Forscher im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement. Bereits 2003 initiierte er den weltweit ersten MBA-Studiengang in Sustainability Management. Seine Vorlesungen zu den Grundlagen des Nachhaltigkeitsmanagements, Business Cases for Sustainability und radikaler Geschäftsmodelltransformation zogen sich als roter Faden durch das gesamte Programm – theoretisch fundiert, aber immer mit Blick auf die unternehmerische Praxis.
Stellvertretend für die vielen engagierten Dozent:innen möchte ich einige hervorheben: Prof. Dr. Nathali Jänicke (Jade Hochschule / Leuphana) führte uns durch die Environmental Fundamentals mit Fokus auf Umwelt- und Energiemanagementsysteme. Dr. Tinusch Jalilvand machte Menschenrechte als strategisches ESG-Thema greifbar. Axel Franck vertiefte die CSRD und doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Stefan Behringer leitete das Governance-Modul mit Compliance, Risikomanagement und Wirtschaftskriminalität. Und beim Best Practice Day teilten Praktiker:innen wie Juliane Michel (Stadtwerke Neumünster), Linda Pulver (HEYHO), Constanze Klotz (Bridge & Tunnel) und Jannis Meseke (Voelkel) ihre Erfahrungen aus der Nachhaltigkeitstransformation.
Was ich mitgenommen habe
Das Programm umfasste 125 Lernstunden und sieben thematische Module:
Die Grundlagen legten das Fundament – von der Brundtland-Definition über planetare Grenzen bis hin zu regulatorischen Anforderungen wie CSRD, EU-Taxonomie und CSDDD. Die Module Environmental, Social und Governance Fundamentals vertieften dann jede ESG-Säule: Klimabilanzierung und Biodiversitätsmanagement, Menschenrechte und Corporate Citizenship, Compliance-Systeme und Korruptionsprävention.
Im SDG-Workshop haben wir die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf Target-Ebene durchgearbeitet und auf konkrete Unternehmenspraktiken heruntergebrochen. Der Best Practice Day zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich Nachhaltigkeit in der Praxis gelebt wird – von der Klimastrategie eines Energieversorgers bis zum Upcycling-Geschäftsmodell einer Sozialmanufaktur.
Das Abschlussmodul „Beyond ESG" war für mich das Highlight: Hier ging es über Compliance hinaus um echte Transformation – nachhaltige Geschäftsmodellinnovation, Zirkularität, die Rolle von Change Agents und die Frage, wie man den Business Case for Sustainability nicht nur argumentiert, sondern lebt.
Mein Fazit
Nachhaltigkeit ist kein Add-on und kein Reporting-Pflichtprogramm – es ist eine Führungsaufgabe und ein Transformationsimpuls. Das ESG-Professional-Programm hat mir dafür das nötige Handwerkszeug gegeben: theoretisch fundiert, regulatorisch aktuell und praxisnah. Wer Nachhaltigkeit im Unternehmen nicht nur verwalten, sondern gestalten will, dem kann ich diese Weiterbildung uneingeschränkt empfehlen.
Ein herzlicher Dank geht an das gesamte Team des Centre for Sustainability Management für eine rundum gelungene und bereichernde Veranstaltung!
